Jeden Donnerstag arbeiten drei Beschäftigte vom Förder- und Betreuungsbereich Neureut bei der Tafel in Wörth mit. Die drei Beschäftigten helfen mit, die Lebensmittel aus den Kisten zu packen und in Regale einzuräumen.

In der Tafel Wörth geht es geschäftig zu. Über ein Dutzend Ehrenamtliche – überwiegend Frauen im Ruhestand – packen Kisten aus sortieren Lebensmittel und räumen sie in Regale ein. In wenigen Stunden öffnet die Tafel für die Kunden, bis dahin muss alles eingeräumt sein. Unter ihnen arbeiten drei Beschäftigte aus dem Förder- und Betreuungsbereich (FuB) der HWK-Betriebsstätte Neureut. Vladimir, Taoufik und Marion helfen in der Brotabteilung mit. Sie sortieren Brot und Weckle in verschiedene Körbe und räumen die leeren Kisten weg. „Die Arbeit ist anspruchsvoll, erfordert Ausdauer und eine gewisse Stressresistenz“, erklärt Torsten Schimmeyer, Fachkraft des FuB Neureut, der die drei zusammen mit seinem Kollegen Danko Marinkovic begleitet und unterstützt.

Vladimir, Taoufik und Marion können nicht sprechen, verstehen aber sehr gut, was zu tun ist. „Die drei sind voll motiviert und freuen sich jede Woche auf ihren Einsatz in der Tafel am Donnerstagvormittag“, berichtet Schimmeyer. Auch Brigitte Fuhr freut sich über die Unterstützung. Sie arbeitet seit 15 Jahren ehrenamtlich in der Tafel und leitet die Brotabteilung. „Die drei sind mir ans Herz gewachsen und eine echte Hilfe“, sagt sie.

Uschi Bisanz, Vorsitzende des Vereins Tafel Wörth, erinnert sich an die anfängliche Skepsis. „Ich war nicht sicher, ob die Zusammenarbeit klappen wird“, sagt sie sich. Doch schon nach zwei Einsätzen sei klar gewesen, dass die Mitarbeit der HWKler sehr hilfreich sei. Und dass sie zum Team der ehrenamtlichen gehörten. Wenn das Team in der Pause gemeinsam frühstückt, sind die HWKler dabei und mittendrin.

„Der Einsatz bei der Tafel ist für unsere Menschen ideal, da sie hier wirksam tätig sein können und Wertschätzung erfahren“, freut sich Thorsten Schimmeyer.

Hintergrund:

Die Zusammenarbeit zwischen der Tafel Wörth und der HWK findet im Rahmen des Projekts „Teilhabe im Sozialraum“ der Förder- und Betreuungsbereiche der HWK statt. Dafür sucht die HWK Unternehmen und Organisationen, in denen Menschen mit komplexem Beeinträchtigungen stundenweise einfache Arbeiten übernehmen können. Ziel ist, dass die Menschen mit Behinderung Selbstwirksamkeit erfahren und Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung im Kontext von Arbeit stattfindet.

Dafür konnte die HWK neben der Tafel Wörth bereits weitere Partner gewinnen, z.B. den Gärtnereibetrieb Iben in Ettlingen, das Unternehmen Agilent in Waldbronn, das Restaurant Zollhaus in Au am Rhein, die evangelische Laurentiusgemeinde in Hagsfeld, Beckers Hofladen in Rüppurr, die Pizzeria la Famiglia in Neureut, die Ergotherapie-Praxis Schindler und das ZKM in Karlsruhe.

Mehr Infos zum Projekt „Teilhabe im Sozialraum“ der Förder- und Betreuungsbereiche der HWK gibt es auf Arbeit als Wegbereiter zur Teilhabe am Sozialraum – HWK