Leben nach einem Schlaganfall: Wege zurück ins Berufsleben
Jedes Jahr wird in Deutschland bei rund einer halben Millionen Menschen nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma eine Hirnschädigung diagnostiziert. Nach der medizinischen Rehabilitation bleiben bei ca. 100.000 Betroffenen Beeinträchtigungen im körperlichen, kognitiven oder psychischen Bereich zurück. Eine Rückkehr in den ursprünglichen Beruf ist unter diesen Umständen häufig zunächst oder auch gar nicht mehr möglich. Viele Betroffene bleiben in Folge zu Hause, vereinsamen, resignieren und bauen gesundheitlich weiter ab.
Wie kann es unter diesen Umständen gelingen, eine neue berufliche Perspektive zu entwickeln?
Dafür braucht es ein Arbeitsumfeld, das auf die besonderen Erfordernisse dieses Personenkreises zugeschnitten ist: Barrierefreie und großzügige Räumlichkeiten, die einen selbständigen Zugang und eine reibungslose Bewegung innerhalb der Arbeitsräume erlauben. Ergonomisch angepasste Arbeitsplätze und Vorrichtungen, die eine Tätigkeit mit Halbseitenlähmung ermöglichen. Möglichkeiten der Unterstützen Kommunikation, die auch Menschen, die nach einem Schlaganfall noch nicht oder nicht mehr sprechen können, ein Mittel der Verständigung geben.
Wo gibt es solche Angebote der Beruflichen Bildung und Arbeit nach einem Schlaganfall?
Die WfbM Hagsfelder Werkstätten und Wohngemeinschaften Karlsruhe gGmbH (HWK) bieten seit 2020 an ihrem Standort in Rheinstetten nahe Karlsruhe Plätze für Berufliche Bildung und Arbeit speziell für Menschen nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma an, die den oben beschriebenen Anforderungen genügen. Ein erfahrenes Team entwickelt hier individuell mit jedem einzelnen Menschen neue berufliche Perspektiven und bietet vielfältige Arbeitstätigkeiten an.
Wie lassen sich die oft zahlreichen Therapietermine mit einer Tätigkeit in der Werkstatt vereinbaren?
Die Menschen, die nach Schlaganfall in der HWK Rheinstetten arbeiten, können weiterhin ihre erforderlichen Therapien vor Ort wahrnehmen. Das Konzept des barrierefreien Gebäudes sieht dafür zwei eigens eingerichtete Therapieräume vor, die Physio-, Ergo- und Logotherapeuten kommen ins Haus.
Einmal Werkstatt, immer Werkstatt?
Eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) hat grundsätzlich das Ziel, Menschen mit Behinderung für den allgemeinen Arbeitsmarkt zu befähigen. Das gilt auch für Menschen nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma. Im Rahmen der 27 Monate dauernden Beruflichen Rehamaßnahme
können die Teilnehmer*innen zu Beginn an seine/ihre ganz eigene berufliche Perspektive entwickeln – für eine Tätigkeit innerhalb, aber eben auch außerhalb der WfbM.
Voraussetzung dafür ist, dass die Betroffenen den passenden Rahmen erhalten, Fähigkeiten wieder oder sogar neu entdecken und die eigenen Möglichkeiten ausprobieren und erweitern. Neben dem Training von arbeitstechnischen Fähigkeiten gehört dazu auch die Berücksichtigung der psychosozialen Aspekte. Fundiertes Wissen über die eigene Erkrankung und ihre Folgen sowie eine realistische Selbstwahrnehmung und -einschätzung tragen zu einer seelischen Stabilisierung bei, die den Blick nach vorne öffnet. Ein interdisziplinäres Team mit entsprechender Neurokompetenz am HWK-Standort Rheinstetten sorgt dafür, dass diese Voraussetzungen für jeden Betroffenen individuell geschaffen werden.
Wie bekommt man einen Platz in der HWK Rheinstetten?
Voraussetzung für eine Aufnahme in eine WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen) ist eine Kostenzusage vom zuständige Leistungsträger; dies sind i.d.R. entweder die Agentur für Arbeit oder die Deutsche Rentenversicherung.. Somit können die Kosten für einen Platz im Berufsbildungsbereich finanziert werden. Der Sozialdienst der HWK Rheinstetten hilft bei der Antragstellung.
Möchten Sie das Angebot der HWK Rheinstetten kennenlernen?
Dann vereinbaren Sie einen Termin mit uns.
Ansprechpartner ist Achim Herr
Betriebsstättenleiter Rehabilitation am HWK-Standort Rheinstetten
Tel. 07242 93395-31
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Wenn Sie sich vorher schon mal ein Bild machen möchten, schauen Sie unseren Kurzfilm über unser Angebot für berufliche Perspektiven nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma an der HWK-Betriebsstätte Rheinstetten an.

